DST Technical Coatings

Trägermaterialien

Die Beschichtung kann nur so gut sein wie das Gewebe darunter. Wir arbeiten mit drei Werkstofffamilien, die sich in Temperaturbeständigkeit, Mechanik und Gewicht klar voneinander unterscheiden.

Werkstoff 01

Glasgewebe

E-Glas · Leinwandbindung
Dauergebrauch550 °C
Brandverhaltennicht brennbar

Glasgewebe aus E-Glas ist der Standardträger im technischen Brandschutz. Das Material ist anorganisch, brennt nicht und liefert auch unbeschichtet bereits eine belastbare Temperaturgrenze. Weil es keinen Beitrag zur Brandlast leistet, ist es überall dort gesetzt, wo im Brandfall nichts hinzukommen darf.

Die Bindungsart bestimmt, wie sich das Gewebe verhält: Leinwandbindung ist formstabil und dicht, Köperbindung fällt weicher und lässt sich besser um Radien legen, Atlasbindung bietet die glatteste Oberfläche für nachfolgende Schichten.

  • Nicht brennbar nach DIN 4102-A1 (Rohgewebe, unbeschichtet)
  • Dehnungsarm und formstabil auch bei Wärme
  • Sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis in der Fläche
  • Verfügbar texturiert für höhere Isolationswirkung
Glasgewebe — typische Ausführungen
Ausführung Flächengewicht Bindung Einsatz
Leicht200 – 300 g/m²LeinwandRauchschürzen, leichte Abdeckungen
Mittel300 – 600 g/m²Leinwand / KöperSchweißerschutz, Kompensatoren
Schwer600 – 1.200 g/m²Köper / AtlasIsoliermatratzen, Schwerlastschutz
Texturiert600 – 1.500 g/m²voluminösthermische Isolierung

Werkstoff 02

Silikat­gewebe

Hochkieselsäurehaltige Silikatgewebe entstehen, indem dem Glas nahezu alles außer Siliziumdioxid entzogen wird. Übrig bleibt ein Gewebe, das dauerhaft im Bereich um 1.000 °C arbeitet und kurzzeitig noch deutlich mehr aushält — dort, wo E-Glas erweicht.

Der Preis dafür ist ein höherer Materialpreis und eine empfindlichere Handhabung. Silikatgewebe kommt deshalb gezielt dort zum Einsatz, wo die Temperatur es wirklich verlangt: Gießereien, Ofenbau, Notabdeckungen an heißen Aggregaten.

  • Dauereinsatz um 1.000 °C, kurzzeitig darüber
  • Bleibt nach thermischer Belastung flexibel
  • Ideal als Glutschutz in Kombination mit Vermiculit

Werkstoff 03

Aramid­gewebe

Para-Aramid · Köperbindung
Verhaltenverkohlt
Schmelzennein

Aramid ist eine organische Faser — und trotzdem ein Brandschutzwerkstoff. Der Grund: Sie schmilzt nicht und tropft nicht ab, sondern verkohlt unter Hitzeeinwirkung und behält dabei ihre Gewebestruktur. Genau das unterscheidet sie von den meisten Kunstfasern, die im Ernstfall zur Gefahr für die Haut darunter werden.

Para-Aramid liefert die extreme Zug- und Schnittfestigkeit bei sehr geringem Gewicht. Meta-Aramid ist textiler, weicher und die übliche Wahl für Schutzkleidung, die getragen und gewaschen wird.

  • Sehr hohe Reißfestigkeit bei niedrigem Flächengewicht
  • Schnitt- und durchstichhemmend
  • Selbstverlöschend, keine Tropfenbildung
  • Beste Wahl, wenn Hitze und Mechanik zusammentreffen
Werkstoffvergleich — Richtwerte zur Auswahl
Kriterium Glasgewebe Silikatgewebe Aramidgewebe
Dauertemperaturbis 550 °Cbis 1.000 °Cbis 250 °C
Brandverhaltennicht brennbarnicht brennbarverkohlt, selbstverlöschend
Zugfestigkeitgutmäßigsehr hoch
Schnittfestigkeitgeringgeringsehr hoch
Gewichtmittelmittelsehr leicht
Kostenniedrighochhoch

Platzhalter-Hinweis: Alle Tabellenwerte sind branchenübliche Richtwerte und ersetzen kein Datenblatt. Vor dem Livegang bitte durch die Werte eurer tatsächlich eingesetzten Gewebequalitäten ersetzen.

Konstruktion

Bindungsarten

Wie die Fäden gekreuzt werden, entscheidet über Dichte, Drapierbarkeit und Oberfläche — und damit darüber, wie sich die Beschichtung später verhält.

Leinwand

Jeder Faden kreuzt abwechselnd. Sehr formstabil, dicht und schiebefest — die robuste Standardwahl.

Köper

Sichtbarer Diagonalgrat. Weicherer Fall, legt sich besser um Radien und Formteile.

Atlas

Lange Flottierungen, sehr glatte Oberfläche. Gute Basis für dünne, gleichmäßige Beschichtungen.

Bemusterung

Unsicher, welches
Gewebe passt?

Nennen Sie uns Temperatur und Belastung — wir schicken Muster der infrage kommenden Aufbauten.

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